Betonwahrzeichen von Syrakus

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Santuario della Madonna delle Lacrime – Syrakus

Syrakus besitzt zwei weithin sichtbare Wahrzeichen. Neben dem Ausspähpunkt vor der Stadt von Archimedes sieht der Besucher schon von weitem die Betonspitze der Wallfahrtskirche der weinenden Madonna. Die Spannbetonkirche aus den 50er Jahren überragt alle anderen Bauten und bildet einen außergewöhnlich modernen Kontrast zur ansonsten wunderbar restaurierten Innenstadt von Syrakus. Der graue Beton dominiert durch seine Form und schiere Größe die Stadtsilhouette, während der Rest der Stadt in honiggelbem Kalkstein erstrahlt.

Diese monumentale Betonarchitektur mag nicht jedermanns Sache sein, eindrucksvoll steht sie doch im Stadtbild und zieht durch die Außenwirkung und zwei bombastische Innenräume die Blicke an. Die Kirche besteht eigentlich aus zwei Kirchen. Die Krypta bildet eine eigene riesige Kirche unter dem hohen kegelförmigen Kirchenraum. Das winzige Madonnenbild verschwindet in dieser etwas größenwahnsinnigen Architektur. Bei meinem ersten Besuch habe ich länger benötigt, es in der Altarnähe der Unterkirche auszumachen.

Die Kirche lässt sich kaum auf ein aussagekräftiges Foto bannen, also habe ich es mit mehreren Collagen versucht. Das kegelförmige Dach besitzt unzählige Lichtöffnungen, die von außen nur als Falten wahrnehmbar sind. Im Inneren ergibt dies ein weiches, diffuses Licht und ein wunderbares Muster. Um den Hauptraum ordnen sich einzelne Kapellen an, die Außen als Kuben in der Luft schweben. Die Kirche bietet vielfältige Ansichten und Erlebnisräume. Das merkwürdigste des Baus hört der Besucher in regelmäßigen Abständen. Nämlich die scheppernden Glocken aus den Lautsprechern! Der Abstecher vom Archäologischen Museum, mit ebenfalls ausgefallener moderner Architektur, gegenüber lohnt sich auch für Architekturmuffel.

Santuario della Madonna delle Lacrime

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