campo santo

Zwischen Menschenandrang und Ruhe -Pisa

social, Toskana

Der schiefe Turm von Pisa gehört zu diesen weltweiten Berühmtheiten. Niemand bucht eine Reise ohne dieses Ziel. Somit reihen wir uns dann direkt nach der Ankunft in die Schlange der Pilger ein, die vom Parkplatz zum Platz der Wunder marschieren. Auf der dreißigsten Besichtigung in zehn Tagen bleiben dann manche Amerikaner auf dem Weg liegen. Nicht jeder kann das hohe Ziel des Kulturtourismus erfüllen. Neben mir sitzt eine erschöpfte Frau, die in englisch nach dem Namen dieses Ortes fragt. Sie beteuert brav hier sitzen zu bleiben, bis ihre Mitreisenden zurückkehren.

Ich schlängele mich vorbei an den hart arbeitenden Touristen, die mit der schon zu Hause geübten Pose den schiefen Turm für das Foto stützen. Irgendwann einmal werde ich auch so ein Foto machen. Langsam mach ich mir die Orte hier bewusst, die ich immer wieder gerne besuche. Ich mag sehr das Baptisterium. Und zwar lohnt sich der anstrengende Anstieg in die Galerie, dort sehen die anderen Besucher so herrlich klein aus. Die zweite Kostbarkeit schließt nach hinten den Platz ab: Der Campo Santo.

Hier im viel beschaulicheren Friedhof lässt es sich auf einer der Bänke entlang der Wand aushalten. Hier flanieren nur die interessierten Besucher, denen die Kirche viel zu voll erschien. Die runden Maßwerkbögen filtern sanft das Licht und die Wände laden mit wunderbaren Freskenresten aus unterschiedlichen Zeiten ein. Fast vergesse ich den Trubel draußen um den schiefen Turm. An den geschäftigsten Touristenorten gibt es beschauliche Plätze. Das nächste Mal lass ich dann auch nicht mein Tablet auf den Stufen liegen.

Die Altstadt von Pisa lohnt sich übrigens sehr. Die meisten Touristen haben keine Zeit für mehr als den Platz der Wunder. Somit nimmt nach etwas 100 Metern vom Turm ihre Dichte merklich ab. Die Altstadt bietet viele schöne Winkel und beschauliche Plätze.

Piazza Dante

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